GREIFSWALDER SPORTGEMEINSCHAFT 01 e.V.

schwarzweiss

News der Greifswalder Rollmöpse

Rugby
02.01.06

Rolli-Fahrer mit rasantem Aufstieg

Jens Meyer (l.) ist seit drei Jahren an den Rollstuhl gebunden. Doch er nutzt diesen auch zum Sport. Seit Kurzem ist Jens Nationalmannschaftskader.

Jens Meyer (l.) ist seit drei Jahren an den Rollstuhl gebunden. Doch er nutzt diesen auch zum Sport. Seit Kurzem ist Jens Nationalmannschaftskader.

Kürzlich wurde Jens Meyer in den Nachwuchskader der Nationalmannschaft „Rollstuhl-Rugby“ aufgenommen, ebenso in den Karlsruher Verein „Rebels“, in dem Spieler aus ganz Deutschland integriert sind. Mit dieser Mannschaft spielte der Zinnowitzer bereits in der Champions League. Die Spiele gegen München, gegen die Niederländer und Schweizer wurden allesamt gewonnen. In allen drei Spielen wurde der Insulaner eingesetzt, konnte seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Seit dreieinhalb Jahren sitzt Jens Meyer im Rollstuhl. Ein Badeunfall hatte für den heute 22-Jährigen schwere Folgen: Querschnittslähmung mit eingeschränkter Handfunktion. Natürlich wurde Jens aus allen „Träumen“ gerissen. Die Bewerbung beim Bundesgrenzschutz lief gerade, das Abitur und die Ausbildung zum Rettungsschwimmer waren geschafft. Jens war allseitig sportlich interessiert, vor allem Volleyball hatte ihm riesigen Spaß gemacht.

Obwohl er in der gesundheitlichen Rehabilitationsphase anfänglich Zweifel hatte, stand für ihn dann sehr bald fest: „Ich muss positiv denken, muss weiter machen.“ Schon ein Vierteljahr später wuchs sein Interesse am Rollstuhl-Rugby. Einer seiner Physiotherapeuten in der Greifswalder Reha-Klinik, Daniel Lemke, brachte Jens zu diesem Sport. Jeweils vier Rollstuhlfahrer spielen auf einer Grundfläche mit den Maßen eines Basketballfeldes gegeneinander. Der Ball muss durch die Akteure über eine Torlinie gebracht werden. Die Rollstühle sind Spezialanfertigungen, halten hohen Belastungen stand. „Es ist ein taktisch schnelles Spiel. Vor allem geht es darum: Wer sperrt wen, um den Ball über die Ziellinie bringen zu können“, beschreibt Jens die Grundzüge des Rollstuhl-Rugbys.

Natürlich ist der Alltag, verbunden mit dem Sport, für den Studenten der Medizin-Informatik nicht einfach. Er studiert in Stralsund, trainiert in Greifswald und ist regelmäßig an den Wochenenden zum Training beim Nachwuchskader im 650 Kilometer entfernten Bad Wildungen zu Gast. Doch das Thema „Nationalmannschaft“ reizt den sympathischen jungen Sportler: „Das wäre super, wenn ich den Sprung ins Team schaffen würde. Ich bin stolz, dass es für mich so schnell ging.“

Die Greifswalder „Rollmöpse“ existieren erst seit 2003. Seit dem haben sie sich sportlich enorm verbessert, belegten in der vergangenen Saison Platz eins in der Regionalliga Ost und kamen in der 2. Bundesliga auf Platz sechs. Wer Informationen in Erfahrung bringen, oder gar in irgendeiner Form helfen will, der kann sich im Internet unter www.gsg01.de informieren.