Presse / Berichte aus der Sektion Rugby
Rollstuhlrugby soll im ganzen Land Freunde finden
Als „murderball“ schwappte es in den 80er Jahren aus Kanada nach Europa, das Rugby. In Deutschland fand diese Sportart zunehmend Interessenten, besonders bei Vereinen, die an Querschnittgelähmtengruppen gebunden sind. In der Praxis kommt Rugby besonders für Schwerbehinderte in Frage, die aufgrund ihrer Behinderung kein Basketball spielen können. Haupverbreitungsgebiet des Rollstuhlrugby sind die alten Bundesländer, aber schon Berlin und Sachsen zogen bald nach. „Mecklenburg-Vorpommern gilt dagegen bis heute als weißer Fleck auf der Landkarte, wenn es um Rollstuhl-Rugby geht“, so Dr. Gläser, Chefarzt des Behandlungszentrums für Querschnittgelähmte im Neurologischen Rehabilitationszentrum. Das soll sich nun ändern. Am Sonnabend fand in der Sporthalle des Berufsbildungswerkes ein einführender Workshop zu Rollstuhlrugby statt. Dazu war extra aus Berlin der SC Berlin Rugby angereist, um den Hansestädtern die ersten Rugbyspielzüge beizubringen.
„Im Winter ist mir oft langweilig“, gibt Dietmar Steigel aus Greifswald zu. „Eigentlich wollte ich mir das heute nur mal anschauen. Ich wusste ja nicht, dass ich gleich richtig mitmachen muss.“ Dennoch macht die Sportart den Anwesenden sofort Spass. „Ich bin erst seit einem Vierteljahr dabei. Vorher habe ich Tischtennis gespielt. Dann war ich einmal beim Rugby und hatte soviel Fez, dass ich das nun regelmäßig mache“, so Ayse Aytan aus Berlin, und fügt hinzu: „Außerdem ist es ein Spiel, bei dem viel Kraftübungen erforderlich sind.“ Schon länger dabei ist René Keindorf aus Halle: „Bei der Reha vor drei Jahren habe ich Rollstuhl-Rugby zum ersten Mal gesehen. Seitdem bin ich mit dabei.“ Von Greifswald aus soll Rollstuhl-Rugby nun in ganz Mecklenburg-Vorpommern Freunde finden. „Wenn du deinen Rollstuhl schieben kannst, kannst du mitmachen“, lautet die Philosophie der Sportart. Spezielle Vorbauten am Rollstuhl schützen die Mitspieler des rasanten Mannschaftsspiels vor möglichen Verletzungen. „Die Kooperation im Behindertensport ist sehr gut“, so Gläser. „Nur so ist es möglich, dass Greifswald an Turnieren in der Berliner Mannschaft teilnehmen kann und Erfahrungen im Rugby sammelt.“
ZELJKA STOJICIC
